LOGBUCH LXXXVIII (2. März 2026). Von Sascha Vetterle

Welche Bedeutung hat das Pontifikat von Papst Franziskus? Wie ist das Verhältnis der nachkonziliaren Kirche zur Moderne? Welchen Beitrag kann die lateinamerikanische Theologie für die Weltkirche leisten? Worin liegt der legitime Kern der gegenwärtig global auftretenden Populismen und inwiefern bedürfen diese der Korrektur? Was hat das alles schließlich mit einer gelingenden Globalisierung zu tun? In seinem 2025 veröffentlichten Buch „Modernity’s Alternative – How History is formed in the Dephts of the Peoples“ sucht der katholische Philosoph und christdemokratische Politiker Rocco Buttiglione all diese Fragen zumindest ansatzweise zu beantworten.
LOGBUCH LXXXVII (23. Februar 2026). Von Christoph Rohde

Die Beendigung des Ukrainekrieges liegt auch nach vier Jahren aktiver Kriegshandlungen in weiter Ferne. Die Fronten dieses Abnutzungskrieges haben sich verhärtet, während die Kriegsursachen weiterhin unverändert bleiben. Selbst Donald Trump, der großspurig die Beendigung des Krieges in 24 Stunden nach seinem Amtsantritt angekündigt hatte, mußte zugestehen, daß der Konflikt schwieriger zu lösen ist, als er erwartet hatte. Im Jahre 2025 stand stieg die Opferzahl auf beiden Seiten, die Drohnenkriegführung wurde intensiviert, aber das Kriegsgeschehen und die Front veränderten sich nur in geringfügigem Maße.
LOGBUCH LXXXVI (9. Februar 2026). Von Hartmut Sommer

Am 20. September 1870 endete der Kirchenstaat nach einem letzten kurzen militärischen Widerstand der päpstlichen Truppen, deren effektivster Teil aus Freiwilligen Streitern für den Papst, den sogenannten Päpstlichen Zuaven, bestand. Die meisten dieser Freiwilligen kamen aus den kleinen Niederlanden, wo heute noch an vielen Stellen an sie erinnert wird.
LOGBUCH LXXXV (26. Januar 2026). Von Daniel Zöllner

Das neue Buch von Sebastian Ostritsch spricht über ein Kernthema der sogenannten natürlichen Theologie: die Argumente für die Existenz Gottes, die sich allein mithilfe der Vernunft gewinnen lassen. Indem Ostritsch den Gegenargumenten Kants und anderer moderner Philosophen immer wieder Raum gibt, kann sein Buch den Anspruch erheben, nach dem Zeitalter der Aufklärung die natürliche Theologie auf ein neues Fundament zu stellen – oder zumindest eine Erneuerung des scholastischen Projektes anzustoßen.
LOGBUCH LXXXIV (12. Januar 2026). Von Sascha Vetterle

Die ganzheitliche Ökologie von Papst Franziskus ist ein fruchtbarer Ansatz, auf das zu blicken, was lebensförderlich und was schädlich für das Leben ist, und hierbei die vielfältigen Interdependenzen zu berücksichtigen. Statt eines technokratischen „Wie“ stellt sie das naturrechtliche „Wozu“ in den Fokus. In letzter Konsequenz geht es dabei um den Aufbau einer ganzheitlichen Kultur des Lebens.
LOGBUCH LXXXIII (25. Dezember 2025). Von Franz Prosinger

Heute begehen wir das Fest der Geburt des Erlösers aus der Jungfrau Maria. Aus diesem Anlaß denkt unser Autor über das vatikanische Dokument „Mater populi fidelis“ nach, das am 4. November 2025 vom Dikasterium für die Glaubenslehre veröffentlicht wurde. Es stellt sich die Frage, ob und inwieweit man Maria als „Miterlöserin“ bezeichnen kann oder ob dies eher für Mißverständnisse sorgt.
LOGBUCH LXXXII (4. Dezember 2025). Von Daniel Zöllner

Wenn ein Autor, der sich selbst als „Engelforscher“ versteht, eine Rilke-Biographie schreibt, dann ist ein Werk zu erwarten, das die Konventionen des Genres sprengt. Denn die Engel sind nun einmal Wesen, die das Menschliche und Irdische sprengen und übersteigen. Und tatsächlich ist ein Buch entstanden, das zwar nicht den Anspruch einer „vollständigen“ Biographie und Werkinterpretation erheben kann, sich dafür aber in erhellender Weise dem Unsagbaren nähert, das für Rilke in Leben und Dichten die Engel verkörperten. Ein Beitrag zum 150. Geburtstag des Dichters.
LOGBUCH LXXXI (24. November 2025). Von Gudrun Trausmuth

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz und Michael Wladika legten in der ersten Jahreshälfte 2025 den Pilotband der neuen Reihe „Guardini-Studien“ im Herder-Verlag vor. Das ambitionierte akademische Projekt der Katholischen Hochschule Trumau soll in zwei Bänden pro Jahr Perspektiven auf Guardinis Werk eröffnen und die Aktualität des 1885 in Verona geborenen und 1968 in München verstorbenen Theologen deutlich machen.
LOGBUCH LXXX (14. November 2025). Von Uwe Wolff

Jean Paul (1763–1825) ist der Dichter der Freundschaft, der Liebe und der Engel. In keinem Werk der deutschen Literatur wuseln die Boten des Himmels mehr herum als in den Erzählungen und Romanen des Pastorensohnes aus Wunsiedel. Eine Liebeserklärung zum 200. Todestag des Dichters.
LOGBUCH LXXIX (15. Oktober 2025). Von Daniel Zöllner

Gerd-Klaus Kaltenbrunner (1939–2011) hat zu seinen Lebzeiten zwei Trilogien mit Essays über europäische Gestalten publiziert. In seinem Spätwerk hat Kaltenbrunner weitere bedeutende Männer und Frauen aus der Geschichte des Abendlandes essayistisch porträtiert. Diese Essays, die etwa in den Zeitschriften „Theologisches“, „Einsicht“ und „Vobiscum“ erschienen sind, lagen bisher aber noch nicht in Buchform vor. Mit dem kürzlich im Renovamen-Verlag erschienenen Band „Abendland. Geheiligte Kultur, geliebte Heimat“ hat sich das geändert: Die verstreut erschienenen Essays liegen jetzt gesammelt vor, ergänzt um einige Texte aus den älteren Trilogien. Eine Würdigung.
LOGBUCH LXXVIII (24. September 2025). Von Michael Rieger

Als Fortsetzung des letzten Beitrags folgen hier zwei weitere „Randnotizen“. Der erste Essay hat die Praxis der Vergangenheit zum Thema, fremdsprachige Operntexte in die Sprache des Publikums zu übersetzen. Wagners „Parsifal“ auf Italienisch? Es ist verständlich, daß derartige Versuche heute nur noch Befremden auslösen. Der zweite Essay nimmt das Musikleben in den USA in den Blick, das in der Vergangenheit ganz wesentlich durch Dirigenten europäischer, besonders ungarischer Herkunft geprägt war und erst durch diese Emigranten das heutige Niveau erreichen konnte.
LOGBUCH LXXVII (3. September 2025). Von Michael Rieger

Zu den wirklich populären und weit verbreiteten Aufnahmen „klassischer“ Musik zählen gewiß Bachs Goldberg-Variationen in den Klaviereinspielungen von Glenn Gould. Auch die „Klavierkonzerte“ desselben Komponisten hat Gould am Pianoforte aufgenommen. Aber das Klavier, wie wir es heute kennen, steckte zu Bachs Zeiten noch in den Kinderschuhen, der Komponist schrieb eigentlich für das Cembalo. In einem Essay zur Musik- und Interpretationsgeschichte denkt Rieger über die Implikationen dieser Tatsache und über Bachs geistigen Kosmos nach.
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