LOGBUCH XCIV (25. Mai 2026). Von Daniel Zöllner

Die vorliegende Skizze versucht sich die erschließende Kraft einiger Metaphern im Denken des 20. Jahrhunderts zunutze zu machen. Es handelt sich dabei um absolute Metaphern, die nicht in präzise Begriffe übersetzbar sind, genauer gesagt um zwei antithetische Paare absoluter Metaphern, die nicht erst seit dem 20. Jahrhundert zentral für das philosophische Denken sind: um den Gegensatz von Offenheit und Verschlossenheit und um den Gegensatz von Verfinsterung und Erhellung.
LOGBUCH XCIII (11. Mai 2026). Von Franz Prosinger

Mit ihrem wertvollen jüngsten Buch „Leuchtspuren“ führt uns die emeritierte Professorin für Religionsphilosophie Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz in das zentrale Thema ihres Denkens hinein, den Dreiklang von Leben, Leib und Liebe. Da ist weder ein gnostischer Dualismus von geistiger und materieller Wirklichkeit noch ein stoischer Monismus eines geschlossenen, pantheistisch beseelten Kosmos, sondern der in dialogischer Differenz vernommene Ruf in eine leibhaftig anvertraute Welt.
LOGBUCH XCII (27. April 2026). Von Michael Rieger

Wer sich heute einen beliebigen Konzertplan ansieht, aus Berlin, München, Hamburg oder aus Wien, Paris, New York, wird stets symphonische Werke im Programm finden, die einschlägigen, berühmten Symphonien. Das hat offensichtlich mit der starken Wirkung und der Schönheit der Musik zu tun. Woher stammt diese Wirkung, läßt sich ihr auf die Spur kommen? Reflexionen über eine bedeutende Kunstform.
LOGBUCH XCI (13. April 2026). Von Lothar Rilinger

An einem Ostersonntag besuchte der Autor mit einigen Freunden die Abtei Fontgombault, die durch ihre äußere Erscheinung, durch die Größe der Kirche und die Vielzahl der Altäre eine überragende Bedeutung besitzt. Der Bericht über den Besuch der Abtei und der dort zelebrierten Messe mündet in ein Plädoyer für die Bewahrung des „alten Ritus“.
LOGBUCH XC (30. März 2026). Von Michael Stahl

In den ersten beiden Dekaden unseres Jahrhunderts hat sich die sogenannte „woke culture“ entwickelt. Sie ging zunächst aus von Universitäten der angelsächsischen Länder und ist längst auch in Europa verbreitet. Woke culture, das bedeutet, man ist angeblich erwacht und verstehe nun, daß die europäische Kultur seit der Antike „nicht mehr zeitgemäß“ ist. Der Angriff richtet sich hauptsächlich gegen Ehe und Familie, die es jedoch aus christlicher Sicht unbedingt zu schützen und zu verteidigen gilt.
LOGBUCH LXXXIX (16. März 2026). Von Michael Rieger

Robert Bressons „Tagebuch eines Landpfarrers“ entstand Mitte 1950 und kam vor genau 75 Jahren, im Frühjahr 1951, in die Kinos. Der Film basiert auf George Bernanos‘ gleichnamigem Roman von 1936, einem der zentralen Werke der Renouveau catholique. Die Kontexte sind damit also sowohl literarischer als auch katholischer und natürlich filmischer Art – denn Bresson galt den jüngeren Kollegen der Nouvelle Vague, die, wie Jean-Luc Godard und François Truffaut, nach 1945 nach neuen Wegen im Film suchten, als unbedingtes Vorbild. So hatte Bresson schon früh auf professionelle Schauspieler und auf eine konventionelle Erzählweise verzichtet, bewahrte aber im Unterschied zu den teilweise albernen Versuchen der Nouvelle Vague stets eine Klarheit, formale Strenge und Substanz, die ihm bis heute größten Respekt garantiert.
LOGBUCH LXXXVIII (2. März 2026). Von Sascha Vetterle

Welche Bedeutung hat das Pontifikat von Papst Franziskus? Wie ist das Verhältnis der nachkonziliaren Kirche zur Moderne? Welchen Beitrag kann die lateinamerikanische Theologie für die Weltkirche leisten? Worin liegt der legitime Kern der gegenwärtig global auftretenden Populismen und inwiefern bedürfen diese der Korrektur? Was hat das alles schließlich mit einer gelingenden Globalisierung zu tun? In seinem 2025 veröffentlichten Buch „Modernity’s Alternative – How History is formed in the Dephts of the Peoples“ sucht der katholische Philosoph und christdemokratische Politiker Rocco Buttiglione all diese Fragen zumindest ansatzweise zu beantworten.
LOGBUCH LXXXVII (23. Februar 2026). Von Christoph Rohde

Die Beendigung des Ukrainekrieges liegt auch nach vier Jahren aktiver Kriegshandlungen in weiter Ferne. Die Fronten dieses Abnutzungskrieges haben sich verhärtet, während die Kriegsursachen weiterhin unverändert bleiben. Selbst Donald Trump, der großspurig die Beendigung des Krieges in 24 Stunden nach seinem Amtsantritt angekündigt hatte, mußte zugestehen, daß der Konflikt schwieriger zu lösen ist, als er erwartet hatte. Im Jahre 2025 stand stieg die Opferzahl auf beiden Seiten, die Drohnenkriegführung wurde intensiviert, aber das Kriegsgeschehen und die Front veränderten sich nur in geringfügigem Maße.
LOGBUCH LXXXVI (9. Februar 2026). Von Hartmut Sommer

Am 20. September 1870 endete der Kirchenstaat nach einem letzten kurzen militärischen Widerstand der päpstlichen Truppen, deren effektivster Teil aus Freiwilligen Streitern für den Papst, den sogenannten Päpstlichen Zuaven, bestand. Die meisten dieser Freiwilligen kamen aus den kleinen Niederlanden, wo heute noch an vielen Stellen an sie erinnert wird.
LOGBUCH LXXXV (26. Januar 2026). Von Daniel Zöllner

Das neue Buch von Sebastian Ostritsch spricht über ein Kernthema der sogenannten natürlichen Theologie: die Argumente für die Existenz Gottes, die sich allein mithilfe der Vernunft gewinnen lassen. Indem Ostritsch den Gegenargumenten Kants und anderer moderner Philosophen immer wieder Raum gibt, kann sein Buch den Anspruch erheben, nach dem Zeitalter der Aufklärung die natürliche Theologie auf ein neues Fundament zu stellen – oder zumindest eine Erneuerung des scholastischen Projektes anzustoßen.
LOGBUCH LXXXIV (12. Januar 2026). Von Sascha Vetterle

Die ganzheitliche Ökologie von Papst Franziskus ist ein fruchtbarer Ansatz, auf das zu blicken, was lebensförderlich und was schädlich für das Leben ist, und hierbei die vielfältigen Interdependenzen zu berücksichtigen. Statt eines technokratischen „Wie“ stellt sie das naturrechtliche „Wozu“ in den Fokus. In letzter Konsequenz geht es dabei um den Aufbau einer ganzheitlichen Kultur des Lebens.
LOGBUCH LXXXIII (25. Dezember 2025). Von Franz Prosinger

Heute begehen wir das Fest der Geburt des Erlösers aus der Jungfrau Maria. Aus diesem Anlaß denkt unser Autor über das vatikanische Dokument „Mater populi fidelis“ nach, das am 4. November 2025 vom Dikasterium für die Glaubenslehre veröffentlicht wurde. Es stellt sich die Frage, ob und inwieweit man Maria als „Miterlöserin“ bezeichnen kann oder ob dies eher für Mißverständnisse sorgt.
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