LOGBUCH LVII (18. Februar 2024). Von Daniel Zöllner

„Das Haus und das Lamm“ ist der vierte Prosaband aus der Feder Christian Lehnerts. In vierzehn mit „Das Haus“ betitelten Abschnitten berichtet ein Ich-Erzähler über seinen Aufenthalt in einem einsamen, baufälligen Haus im Erzgebirge, über seine Erfahrungen mit dem Alleinsein, mit den Arbeiten am Gebäude, mit den Tieren und Pflanzen und mit der Sterblichkeit aller Wesen. Jedem dieser Berichte sind unter dem Titel „Das Lamm“ Reflexionen über ausgewählte Textabschnitte der Johannesapokalypse zur Seite gestellt.
LOGBUCH LVI (15. Januar 2024). Von Felix Hornstein

Der im Rahmen der „Kleinen Bibliothek des Abendlandes“ im Be&Be-Verlag erschienene Band „Neue Schau“ vereinigt acht ausgewählte Erzählungen von sechs deutschsprachigen christlichen Autorinnen und Autoren des 20. Jahrhunderts. Felix Hornstein nimmt in seiner Rezension drei ausgewählte Erzählungen des Bandes unter die Lupe und gibt so Hinweise zu den Stärken und Schwächen einer dezidiert christlichen Erzählkunst des 20. Jahrhunderts.
LOGBUCH LV (20. Dezember 2023). Von Beate Broßmann

Der Roman „Der Dorfprediger von Wakefield“ führt den Leser in ein Dickicht der Geschichten. Die Neuausgabe der zweiten deutschen Übersetzung des ursprünglich auf Englisch verfaßten Romans bietet die Gelegenheit, einen weitgehend vergessenen, aber literaturhistorisch bedeutsamen Text kennenzulernen.
LOGBUCH LIV (9. Dezember 2023). Von Christoph Rohde

Henry Kissinger war eine große Persönlichkeit, die die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts intellektuell und diplomatisch mitprägte und deren Einsichten bis zu Kissingers Tode am 29.11.2023 die globale Öffentlichkeit befruchteten – von Washington, D. C. bis Peking, von Dakar bis London. Eine Würdigung aus Anlaß seines Todes.
LOGBUCH LIII (20. November 2023). Von Felix Dirsch

Wer sich intensiver mit der Geistesgeschichte Europas beschäftigt hat, kennt Sigmund Freuds geflügeltes Wort von den drei Kränkungen des neuzeitlichen Menschen. Folgt in naher Zukunft, nach den „Kränkungen“ durch Kopernikus, Darwin und Freud, gar die Abschaffung des Menschen durch die Maschine und deren „künstliche Intelligenz“ – gewissermaßen als „letzte Kränkung“ des menschlichen Selbstbewußtseins?
LOGBUCH LII (25. Oktober 2023). Von Christoph Rohde

Der nahezu zwei Jahre andauernde Krieg in der Ukraine fordert wöchentlich Tausende von Opfern. Dennoch sind sowohl die Ukraine als auch Rußland noch immer davon überzeugt, daß sie ihre jeweiligen strategischen Ziele erreichen können. Der Konflikt, der inzwischen den Charakter eines Abnutzungskrieges angenommen hat, schließt die Dynamik ein, daß beide Seiten aus den Erfahrungen des Krieges lernen und das Gelernte in immer perfidere militärische Strategien umsetzen.
LOGBUCH LI (1. Oktober 2023). Von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz

Vor 55 Jahren starb Romano Guardini. Wer sich seinem Werk nähert, steht vor einem Gebirge. Gerl-Falkovitz eröffnet einen Zugang zu diesem gewaltigen Werk, indem sie darüber reflektiert, wie in Guardinis Auffassung der Mensch an der Schöpfung Gottes teilnimmt. Der Mensch tut dies einerseits in der Begegnung mit Welt in Auge und Herz, andererseits auch durch das „Weltwerk“ der Technik. In beiden Fällen wird deutlich, daß die Gedanken Guardinis eine bleibende, ja sogar wachsende Relevanz besitzen.
LOGBUCH L (13. September 2023). Von Daniel Zöllner

Es gibt kaum eine Aussage in Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“, der man als Christ vehementer widersprechen muß als der Behauptung, es sei „eine Schmach, zu beten“. Es ist keine Schmach, sondern höchste Ehre des Menschen, daß er beten kann. Zu sagen, daß der Mensch beten kann, heißt groß von ihm denken, ihn nicht einschließen in seine kleinliche, durchschnittliche Alltäglichkeit – so ein Gedanke der hier zu lesenden Überlegungen zu einem Grundvollzug des Glaubens.
LOGBUCH XLIX (5. Juli 2023). Von Till Kinzel

Der Literaturwissenschaftler Clive Staples Lewis (1898–1963) ist über das 20. Jahrhundert hinaus eine Ausnahmegestalt. Eine neue Biographie von Norbert Feinendegen zeigt, wie Lewis’ Denkweg über verschiedene Stadien von einem materialistischen Atheismus zu einem christlichen Theismus führte. Indem Feinendegen vor dem Hintergrund seiner exzellenten Lewis-Kenntnisse herausarbeitet, wie sich der englische Literaturwissenschaftler und Schriftsteller als homo religiosus entwickelte, entsteht ein faszinierendes Bild.
LOGBUCH XLVIII (14. Juni 2023). Von Daniel Zöllner

Im Herder-Verlag sind die Poetik-Vorlesungen erschienen, die der evangelische Theologe und Lyriker Christian Lehnert im Sommersemester 2022 in Wien gehalten hat. In diesen Vorlesungen wird die Sprache verstanden als Übergang zwischen Hier und Dort und ist demzufolge ein über sich hinausweisendes, zwangsläufig mangelhaftes Hilfsmittel, um das Unbekannte zu sondieren. Es ist dieses Sprachverständnis, das für Lehnert die Sprache der Religion mit der Sprache der Poesie verbindet. Beide Sprachformen lassen sich verstehen als „viatorisches“, also „pilgerndes Sprechen“ im Übergang.
LOGBUCH XLVII (22. Mai 2023). Von Beate Broßmann

Es steckt viel Gegenwart und viel inspirierendes Gedankengut in Helmut Lethens neuem Buch über den Großinquisitor, auch wenn der Untertitel vielleicht zunächst falsche Erwartungen weckt. Dieser Schatz will gehoben werden. Die ausführliche Rezension zeigt, wie das gehen könnte.
LOGBUCH XLVI (1. Mai 2023). Von Till Kinzel

Das kulturelle Gedächtnis ist oft ungerecht. Schriftsteller, Künstler und Denker, die es nicht verdient haben, werden vergessen, obwohl sie über ihre Zeit hinaus Impulse vermitteln könnten. So auch im Falle des im Jahre 1921 aus Ungarn gebürtigen Philosophen Thomas (Tamás) Molnar, dessen 100. Geburtstag weitgehend unbeachtet blieb. Glücklicherweise haben sich zwei junge Philosophen, Jan Bentz und Jochen Prinz, an Molnar erinnert. Erstmals wird in ihrem Buch ausführlich der Kern von Molnars Denkens herausgeschält und in philosophischer, politischer, theologischer sowie metaphysischer Hinsicht erörtert.
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